AlpTransit

Die Zukunft für TILO

Alptransit ist Bestandteil des grösseren Projekt NEAT (Neue Eisenbahn-Alpentransversale). Die NEAT ist ein Flachbahnnetz, das den öffentlichen Verkehr in der Schweiz revolutionieren wird. Minime Steigungen und weite Kurven sowie der Vier-Meter-Korridor ermöglichen einen äusserst effizienten Gütertransport sowie verkürzte Reisezeiten. Die NEAT umfasst die folgenden imposanten Bauwerke:

Gotthard-Basistunnel

Der Gotthard-Basistunnel zwischen Erstfeld und Bodio besteht aus zwei 57 km langen Einspurröhren. Damit ist der Gotthard-Basistunnel der längste Bahntunnel der Welt. Zählt man sämtliche Verbindungs- und Zugangsstollen sowie Schächte hinzu, misst das Tunnelsystem rund 152 km. Insgesamt wurden 28,2 Millionen Tonnen Ausbruchmaterial aus dem Tunnel befördert. Mit einer Felsüberlagerung von bis zu 2300 Metern ist der Gotthard-Basistunnel nicht nur der längste, sondern auch der tiefste bisher gebaute Eisenbahntunnel der Welt.

Alles beginnt 1992 mit dem Entscheid des Schweizer Volkes zum Bau der schweizerischen Eisenbahn-Alpentransversale. 1999 starten mit den ersten Sprengungen die Bauarbeiten für den Gotthard-Basistunnel. 2013 wird der Versuchsbetrieb von Bundesrätin Doris Leuthard eröffnet. Am 1. Juni 2016 wird der Gotthard-Basistunnel offiziell eingeweiht. Der kommerzielle Betrieb beginnt am 11. Dezember 2016.

Nach der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels wird die alte Bergstrecke in das TILO Regionalverkehrs-Netz eingebunden. TILO bietet im Stundentakt eine Verbindung nach Erstfeld und stellt sicher, dass die Region weiterhin an das öffentliche Verkehrsnetz angebunden ist. Bellinzona und Lugano gewinnen an Bedeutung und werden zu wichtigen Knotenpunkten zwischen dem Regional- und dem Fernverkehr.

Ceneri-Basistunnel

Der 15,4 Kilometer lange Ceneri-Basistunnel ist nach dem Gotthard- und dem Lötschberg-Basistunnel das drittgrösste Tunnelbauprojekt der Schweiz. Wie der Gotthard-Basistunnel besteht auch der Ceneri-Basistunnel aus zwei Einspurröhren, die rund 40 Meter auseinanderliegen und alle 325 Meter durch Querschläge miteinander verbunden sind. Hinzu kommen zwei Viadukte (440 und 1000 Meter lang) in Camorino.

Die Bauarbeiten für den Ceneri-Basistunnel beginnen offiziell am 2. Juni 2006. Im März 2015 erfolgt der erste Durchschlag Richtung Süden, 13 Monate früher als geplant. Die Eröffnung des Basistunnels ist für 2020 vorgesehen.

Damit wird der Regionalverkehr im Tessin revolutioniert. Dank des Tunnels werden die Reisezeiten zwischen Bellinzona und Lugano um fast die Hälfte kürzer. Dazu werden auch neue Verbindungen eingeführt, wie z.B. die RE80, die von Locarno und durch den neuen Tunnel bis Milano Centrale reicht. TILO wird auch die alte Ceneri-Strecke weiterhin bedienen.

Verbindung Locarno–Lugano

Die Direktverbindung Locarno–Lugano, auch Bretella von Camorino genannt, ist ein Neubau, mit der die Linie Locarno–Bellinzona durch den Ceneri-Basistunnel direkt mit Lugano verbunden wird.
Dieses Werk wurde auf Wunsch des Kantons Tessin in das Alptransit-Projekt aufgenommen und wird auch vom Kanton vollständig finanziert.
Mit dieser Verbindung führt die RE80 ohne Umsteigen von Locarno nach Lugano.